Warum ist der Tacho meines Motorrads l-a-n-g-s-a-m?

Dieses Gefühl kennen wir alle: Du ziehst den Gasgriff auf, spürst den satten Schub unter dir und wirfst einen Blick auf den Tacho - der Zeiger ist gerade erst dabei, nachzudenken. Wer sich schon einmal gefragt hat, warum die Geschwindigkeitsanzeige des Motorrads der Realität hinterheihinkt, erfährst hier die Gründe, Kein technisches Kauderwelsch, sondern Klartext von Fahrer zu Fahrer.

Die drei Arten der Tacho-Verzögerung (Tacho-Lag)

1. Der Klassiker: Die mechanische (Seilzug-) Anzeige

  • Vorkommen: Klassische Motorräder, Chopper/Cruiser und ältere Reise-Enduros.
  • Funktionsweise: Ein sich drehendes Seil (die Tachowelle) verbindet das Vorderrad direkt mit dem Tacho.
  • Die Ursache der Verzögerung:
    • Die Tachowelle hat eine Massenträgheit und muss erst „hochgespult“ werden (ähnlich wie ein sich in Bewegung setzendes Schwungrad).
    • Die mechanischen oder magnetischen Komponenten im Anzeigeinstrument reagieren nicht augenblicklich.
  • Der Effekt in der Praxis:
    • Beim scharfen Beschleunigen: Der Zeiger bewegt sich, als wäre er in Sirup getaucht.
    • Beim harten Bremsen: Er fällt langsamer ab, als dein Kumpel nach der letzten Runde.
  • Profi-Tipp: Die Tachowelle regelmäßig pflegen und schmieren (Graphitpulver leistet hier exzellente Dienste).

2. Der digitale Tacho: Besser, aber nicht perfekt

  • Vorkommen: Die meisten modernen Motorräder (der letzten 15-20 Jahre).
  • Funktionsweise: Ein Sensor in Radnähe sendet elektronische Signale an das Display (Cockpit).
  • Die Ursache der Verzögerung:
    • Die Geschwindigkeit wird nur mehrmals pro Sekunde abgefragt.
    • Die Elektronik glättet die Messwerte (diese „Mittelwertbildung“) absichtlich, um unruhige, springende Anzeigen zu verhindern.
  • Der Effekt in der Praxis:
    • Auch bei schneller Beschleunigung ist noch eine leichte Verzögerung spürbar.
    • Deutlich besser als die Seilzugvariante, aber eben nicht null-verzögerungsfrei.
  • Profi-Tipp: Bei einigen Motorrädern lässt sich die Empfindlichkeit (oder die Glättung) der Anzeige in den Einstellungen anpassen.

3. Der GPS-Tacho: Nur exakt, wenn er will

  • Vorkommen: Handy-Apps, Zubehör-Tachos (Aftermarket-Units)
  • Das Positive: Er ist unabhängig von den Systemen des Motorrads.
  • Das Negative:
    • Die Aktualisierung erfolgt oft nur einmal pro Sekunde (Erfahren Sie mehr darüber, warum der Tacho langsamer ist als das GPS).
    • Das Signal bricht in der Nähe von hohen Gebäuden (Canyons) oder dichten Wäldern ab.)
  • Der Effekt in der Praxis:
    • Ideal für konstante Geschwindigkeiten auf der Autobahn.
    • Unbrauchbar, wenn du in schnellen Kurvenkombinationen wirklich im Grenzbereich unterwegs bist.
  • Profi-Tipp: Wer kompromisslose Echtzeit-Genauigkeit wünscht, sollte auf spezielle Geräte achten. Ein Beispiel ist der BX GPS Tacho: Mit einer Aktualisierungsrate von 5Hz und militärischer Signalverfolgung eliminiert er nahezu jede GPS-Verzögerung.

Wie stark ist die Verzögerung wirklich?

Um es konkret zu machen, hier ein Überblick über die tatsächliche Trägheit der verschiedenen Systeme:

Tacho-Typ Geschätzte Verzögerung (Lag)  Fahrer-Feedback 
Mechanisch (Seilzug) 1–3 Sekunden Fühlt sich an wie eine Ewigkeit.
Digital 0,5–1 Sekunde Spürbar, aber handhabbar.
GPS (Standard) 1–2 Sekunden Besonders störend bei Signalverlust.

Die Technologie hinter der Verzögerung

Während traditionelle Tachos auf mechanischen oder elektronischen Verbindungen zu lhren Rädern basieren, funktioniert die GPS-Geschwindigkeitsmessung fundamental anders. Sie misst nicht die Radumdrehungen, sondern berechnet die Geschwindigkeit anhand der Positionsveränderung, die von Satelliten erfasst wird. Dieser technologische Unterschied erklärt, warum GPS zwar prinzipiell genauer sein kann, aber unter bestimmten Bedingungen langsamer reagiert.

Fazit für den Fahrer

lhr Tacho wird lhnen immer ein wenig vorlügen – so sind diese Systeme nun einmal konzipiert. Für das entspannte Fahren ist das in Ordnung.

Wer jedoch auf der Rennstrecke oder in den engen Kurvenradien wirklich am Limit fährt, sollte über ein professionelles Upgrade nachdenken. Lösungen wie das BX Speed System kombinieren GPS-Daten mit Trägheitssensoren und liefern damit verzögerungsfreie Messungen unter allen Bedingungen.

Tiefer eintauchen?

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Und nun: Raus auf die Straße und genießen Sie die Fahrt – aber vielleicht nehmen Sie das Gas ein wenig zurück, bevor lhr Tacho merkt, wie schnell Sie wirklich waren.

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